Schwangere gehören zu den “Problemgruppen” in der Bevölkerung mit besonders häufigem Vitamin D-Mangel bei gesteigertem Vitamin D-Bedarf. Ausgerechnet den schwangeren Frauen aber wird Angst vor den Sonnenstrahlen eingeredet – mit gefährlichen Folgen.
Zwei der bekanntesten pädiatrischen Vitamin D-Forscher, Elina Hyppönenund Barbara Boucher haben sich jetzt in in einem dringenden Aufrufan Politiker und Ärzte gewandt zur Vermeidung von Vitamin D-Mangel bei Schwangeren.
Gleichzeitig unterstreichen zwei neue Studien in renommierten wissenschaftlichen Journalen die Dringlichkeit des Problems: Eine der häufigsten Geburtskomplikationen ist die Präeklampsie, eine Kombination verschiedener Symptome, vor allem Bluthochdruck und Ödembildung. Vitamin D-Mangel spielt dabei eine wichtige Rolle.
Forscher vom Massachusetts General Hospital in Boston, USA, untersuchten 51 Fälle von Präeklampsie bei ansonsten gesunden Frauen und verglichen die Vitamin D-Werte in der Mitte der Schwangerschaft mit denen von 304 Frauen mit unauffälligen Geburten.
Frauen mit einem Vitamin D-Spiegel unter 50 nmol/L litten vier Mal häufiger an einer schweren Präeklampsie als Schwangere mit normalen Werten von 75 nmol/L oder mehr. Nach Ausschluss verschiedener anderer Risikofaktoren stieg das Risiko einer Präeklampsie für Frauen mit Vitamin D-Mangel um mehr als das Fünffache.
Eine holländische Studie mit 3730 Schwangeren aus der Region Amsterdam belegt die Folgen eines Vitamin D-Mangels während der Schwangerschaft für die Neugeborenen:
Niedrigeres Geburtsgewicht (im Durchschnitt -115 Gramm) sowie ein mehr als doppelt so hohes Risiko einer unterdurchschnittlichen Größe und eines verzögerten Wachstums.
Ein Teil der Neugeborenen konnten allerdings diese Start-Defizite durch schnelleres Wachstum und Gewichtszunahme im ersten Lebensjahr wieder “wettmachen”